SpaGAT - Spatiotemporale und Geodaten-bezogene Anwendungen in Treuhandmodellen der öffentlichen Verwaltung

Aktiv
SpaGAT - Spatiotemporale und Geodaten-bezogene Anwendungen in Treuhandmodellen der öffentlichen Verwaltung Christian Wolff, CC BY SA 4.0

Im Projekt SpaGAT sollen Lösungsansätzen für eine stärkere Nutzer-Orientierung bei der Bereitstellung von Geodaten mittels semantischer Technologien erarbeitet und in einem Assistenzsystem bereitgestellt werden. Dies betrifft insbesondere die technischen Aspekte von Datentreuhandmodellen (DTM).

Motivation

Am Datenaustausch in der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) sind Kommunen, Länder und der Bund beteiligt. Auf allen Ebenen tauschen verschiedene Akteure Geodaten aus und stellen Regelwerke und Infrastrukturen zur Verfügung. Diese föderalen Strukturen sorgen für eine hohe Komplexität der Daten-Infrastrukturen und deren Schnittstellen, sodass etwa kleine Kommunen, die sich an übergeordnete Strukturen, wie die GDI-DE anzuschließen wollen, von deren Komplexität abgeschreckt werden.

Ziel des Projekts ist eine Plattform, die den verschiedenen Datenurhebern ermöglicht, ihre Geoinformationen, also Daten in unterschiedlichen Formaten und Strukturen, im RDF- bzw. GeoJSON-LD-Format zusammenzuführen. Auf der Plattform sollen diese Daten angereichert und mit Linked Open Data verknüpft werden. Die Plattform soll auch Abfragen und das einfache Erstellen informativer Karten ermöglichen. Über Schnittstellen soll der Austausch von Geodaten zwischen den administrativen Ebenen und weiteren Akteuren intensiviert werden.

Die Nutzeranforderungen werden am Beispiel einer ländlichen Gemeinde mit Ihren besonderen Rahmenbedingungen identifiziert und mit Blick auf zu digitalisierende Verwaltungsleistungen umgesetzt.

Aktivitäten

Zentrales Element dieses Projekts ist die Entwicklung einer Plattform für die semantische Aufbereitung von Geodaten. Die Entwicklung erfolgt auf Grundlage eines Prototyps, der im Rahmen des Projekts Intelligente Datenerfassung, Haltung und Bereitstellung innerhalb der Öffentlichen Verwaltung entwickelt wurde. In dieses zentrale Arbeitspaket fließen Ergebnisse andere Aktivitäten ein:

Die Aufgabe eines sogenannten Datenkümmerers wird sein, die Anforderungen insbesondere der kommunalen Partner zu eruieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von Use-Cases für die Dateninnovation. Hierbei werden Anwendungsfälle, wie sie sich beispielsweise aus dem Onlinezugangsgesetz ergeben, definiert und fließen in Kombination mit den Anforderungen der Partner in die Entwicklung der Plattform ein. Die Entwicklungsmöglichkeiten bzw. Anwendungspotenziale, die sich durch die Integration von Semantik ergeben, sollen untersucht werden. Hierbei spielen sowohl neue Datenformate wie GeoJSON-LD wie auch aktuelle Ansätze wie Wissensgraphen eine Rolle.

Resultate

Für die Praxis, insbesondere der Verwaltungsebenen, sollen Handlungsempfehlungen und Leitfäden zur Anbindung der kommunalen Datenhalter und deren Datensilos an die etablierten GDIn erstellt und unter freier Lizenz veröffentlicht werden. Diese Empfehlungen werden anhand der im Projekt identifizierten Dateninnovations-Use-Cases aus dem Bereich digitales Verwaltungshandeln konzipiert.

Auch die im Projekt entwickelten Softwarebausteine sollen im Anschluss an das Projekt unter einer offenen Lizenz bereitgestellt werden.