Ende und Anfang im Tempel von Heliopolis

Abgeschlossen
Heliopolis 2 Vanessa Liebler für das i3mainz, CC BY SA 4.0

Das Vorhaben baut auf den Ergebnissen des Vorgängerprojekts im ägyptischen Heliopolis auf. Das i3mainz unterstützt das Projekt bei der Datenerfassung vor Ort und der Umsetzung und dem Ausbau der Datenmanagementstrategie.

Motivation

Das Projekt im Tempelbezirk des altägyptischen Sonnengottes im Kairener Stadtteil Matariya setzt die Arbeiten des abgeschlossenen Projekts ”Das Kultzentrum des Sonnengottes in Heliopolis (Ägypten)“ fort. Die Größe des Tempels, der steigende Grundwasserspiegel und die stetig voranschreitende Stadtentwicklung im direkten Umfeld des Areals lassen keine vollständige stratigraphische Untersuchung des Sonnentempels zu. Die Rekonstruktion des zuoberst gelegenen und damit letzten Denkmälerbestands in dem noch nicht überbauten Bereich des Tempels aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. erscheint jedoch realistisch.

Die in Kooperation mit dem ägyptischen Antikendienst im Rahmen des Projekts vorgesehenen Grabungen der Universität Leipzig versprechen Antworten auf die Frage nach dem letzten Bauzustand des Sonnentempels in Matariya, bevor er zu Gunsten anderer städtebaulicher Projekte, insbesondere in Alexandria, aufgegeben und seine Denkmäler abtransportiert wurden.

Neben den Ausgrabungen widmet sich das Projekt aber auch der Sammlung von Nachweisen für das Weiterleben des Tempels in der Ideen- und Erinnerungswelt der römischen und arabischen Kulturkreise bis in die europäische Renaissance. Die zeitgemäße Erfassung und Aufbereitung der digitalen Datenbestände wird durch das dort erarbeitete Forschungsdatenmanagement gewährleistet. Dieses wird im neuen Projekt gemeinsam mit dem Leipziger Team umgesetzt. Für die anstehenden Arbeiten in den Magazinen und die baugeschichtlichen Auswertungen hat das i3mainz die Datenmanagementstrategie erweitet und für eine Publikation der Daten im Heidelberger Repositorium Propylaeum angepasst.

Aktivitäten

In regelmäßigen GIS-Workshops des i3mainz wurde der erfolgreich praktizierte Wissenstransfer und die Überführung der Geodaten in ein Geoinformationssystem (GIS) fortgesetzt. Im Magazin des Ministeriums von Matariya wurden spätzeitliche Bauteile, darunter Säulentrommeln, sowie weitere Funde aus den Grabungen in Heliopolis dokumentiert. Für diese Arbeiten unter besonderen zeitlichen und räumlichen Rahmenbedingungen erarbeitete das i3mainz ein Dokumentationskonzept, das eine zügige aber qualitätsgesicherte dreidimensionale Erfassung der Objekte im Structure from Motion-Verfahren (SFM) gewährleistete. Für die praktische Umsetzung des Konzepts dienten zwei Forschungs-Aufenthalte in Kairo. Für die Auswertung der 3D-Modelle insbesondere der Architekturteile wurden die unter anderem am i3mainz entwickelte Software Gigamesh in enger Abstimmung mit dem beteiligten Bauforscher erprobt und Anforderungen für eine Weiterentwicklung der Software ermittelt.