Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Informationstechnik und Archäologie 2019

Zwischen dem RGZM und dem i3mainz besteht seit mehr als 20 Jahren eine enge Zusammenarbeit, die seit April 1997 im Projekt „Informationstechnik und Archäologie“ organisiert ist. Dabei werden neue Entwicklungen aus den Bereichen Vermessungstechnik, Geoinformatik, Bildanalyse und Informationstechnik hinsichtlich ihrer Anwendungsmöglichkeiten für fachbereichsübergreifende Projekte in den Bereichen Geschichte, Archäologie und Denkmalpflege untersucht. Um eine möglichst enge Zusammenarbeit in gemeinsamen Projekten zu gewährleisten arbeiten Mitarbeiter vom RGZM direkt am Institut. Guido Heinz koordiniert zusammen mit Hartmut Müller und Kai-Christian Bruhn diese Projekte.

 

Im Berichtsjahr 2019 lagen die Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeiten in der qualitätsgesicherten Erfassung von digitalen 3D-Datensätzen archäologischer Objekte und in der Entwicklung von digitalen Verfahren zur Analyse dieser und weiterer raumbezogenen Datensätze.

Der im Januar 2019 vom i3mainz für das Forschungsprojekt „Grabdenkmäler aus Augusta Treverorum, digital vernetzt" neu beschaffte Handscanner FARO Freestyle3D X wurde einen Tag lang im Museum für Antike Schifffahrt in Mainz an unterschiedlichen archäologischen Objekten und Umgebungsbedingungen erprobt. Die 3D-Punktauflösung und das Scanvolumen des Scanners liegen zwischen denen bereits am i3mainz vorhandenen Streifenlichtprojektoren und terrestrischen Laserscannern. Er bietet somit die Möglichkeit diese 3D-Digitalisierungslücke zu schließen. Auf Grundlage der durch die Testmessungen gewonnenen Erkenntnisse und Daten konnte der Einsatz des Scanners effektiv für die Digitalisierung der Grabdenkmäler geplant werden.

Im Bereich der Datenerhebung wurde unter anderem gemeinsam im Projekt „ARS3D African Red Slip Ware digital" in größtenteils skriptbasierter Workflow zur Erstellung von hochpräzisen 3D-Modellen (GOM Streifenlichtscanner) mit farbkalibrierten Texturen erarbeitet und erprobt. Damit können die Auswertearbeiten erheblich vereinfacht werden. Der Workflow wurde zusätzlich bei nicht projektrelevanten 3D-Digitalisierungen in Zusammenarbeit mit dem RGZM eingesetzt und erzielte auch dabei sehr gute Ergebnisse.

Weiterhin konnten Vorgehensweisen und Handreichungen zur Erstellung von digitalen 3D-Modellen mittels Structure from Motion (SfM) bereitgestellt werden. Dies ermöglicht es, ohne sehr kostenintensive Hard- und Software 3D-Datensätze zu erstellen und dabei durch die Berücksichtigung der Vorgaben die geometrische Qualität der Datensätze sicher zu stellen. In 2019 konnten zwei archäologisch relevante Objekte in Kairo und mehrere Objekte in den Werkstätten des RGZM in Mainz auf diese Weise dokumentiert werden.

Die in der Bachelorarbeit von Nadine Lickteig („Römerbergwerk Meurin – 3D-Aufnahme und Modellierung zur Untersuchung auf geometrische Änderungen zwischen 2004 und 2018“, HS Mainz, 2018) erfassten 3D-Daten des Römerbergwerkes wurden 2019 für eine webbasierte Präsentation aufbereitet und konnten so über einen Touchbildschirm Interessierten beim Wisssenschaftsmarkt im Römergerwerk Meurin präsentiert werden. Ein wichtiger Punkt am RGZM ist es, für die zentral abgelegten 3D-Daten einen einfachen Zugang zu ermöglichen. Wie bereits in den vorangegangenen Jahren wurde dieses Ziel weiterverfolgt und Datensätze ausgewählter Objekte abgelegt und bereitgestellt. Die Definition einer einheitlichen Datenablage und eines Datenzugangs zu den 3D-Daten sollen als nächste Schritte folgen.

Die Verbindung zur Lehre wurde 2019 neben Einweisungen von Studierenden zur Erzeugung und Analyse von 3D-Daten in unterschiedlichen Projekten am i3mainz auch durch die Blockveranstaltung von Guido Heinz im dualen Studiengang »Archäologische Restaurierung« mit dem Thema „Geometrische Dokumentation“ unterstützt.

Im Herbst 2019 fanden erste Gespräche am i3mainz mit dem RGZM und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) über eine mögliche Kooperation zur 3D-Dokumentation von vulkanischen Strukturen im Bereich Laacher See satt. Als Vorbereitung konnten bereits Themen für Abschlussarbeiten für den Studiengang „Geoinformatik und Vermessung“ definiert werden, die sich aktuell noch in Bearbeitung befinden und Anfang 2020 abgeschlossen werden.

 

Eckdaten

Mitteilung vom 01.01.2020
Titelbild:
  • Laura Raddatz beim Digitalisieren der Kopie des Weinschiffes vom römischem Grabmal in Neumagen mit dem FARO Freestyle3D X (Foto: Anja Cramer, i3mainz/RGZM)
, ,

Nachrichten

Ein Schwerpunkt im Projektjahr 2019 lag auf der Analyse und Bereitstellung von hochauflösenden 3D-Modellen. Ziel ist es, das Potential von digitalen 3D…

Zwischen dem RGZM und dem i3mainz besteht seit mehr als 20 Jahren eine enge Zusammenarbeit, die seit April 1997 im Projekt „Informationstechnik und…