Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Digitale Analysen von 3D-Modellen in der Archäologie

Ein Schwerpunkt im Projektjahr 2019 lag auf der Analyse und Bereitstellung von hochauflösenden 3D-Modellen. Ziel ist es, das Potential von digitalen 3D-Modellen archäologischer Objekte auszuschöpfen. Dabei spielt nicht nur die qualitätsgesicherte Dokumentation eine wichtige Rolle, sondern auch die nachvollziehbare und reproduzierbare Analyse von digitalen Datensätzen. Dazu gab es 2019 Untersuchungen und Entwicklungen von Konzepten und Werkzeugen zu deren Umsetzung.


Wie bereits im abgeschlossenen Projekt „Konservierung und Restaurierung Antiken Holzes (KUR) fanden auch 2019 Arbeiten im Bereich der Nassholzkonservierung statt. Ziel ist dabei, die geometrische Veränderung von archäologischen Objekten durch Konservierungsverfahren zu dokumentieren und entsprechende Kenngrößen aus den 3D-Modellen abzuleiten, um diese Verfahren in Abhängigkeit der Objekte zu beurteilen. Im Berichtsjahr konnten 60 digitale 3D-Modelle von antiken Nassholzobjekten im unkonservierten und/oder konservierten Zustand erfasst werden. Die Arbeiten fanden vorwiegend in Zusammenarbeit mit Studierenden, die sowohl aus dem Studiengang „Geoinformatik und Vermessung“ (HS Mainz) als auch aus dem dualen Studiengang »Archäologische Restaurierung« (JGU, RGZM) kamen, statt. Die erzeugten 3D-Daten und abgeleiteten Kenngrößen wurden den Restauratoren zur Verfügung gestellt.

Das Projekt EAP (Edge Angle Project) ist im RGZM im TraCEr, laboratory for Traceology and Controlled Experiments in MONREPOS bei Neuwied angesiedelt. Es wird bei der Erarbeitung eines Konzeptes zur Formanalyse und Quantifizierung von Schneidekanten mittelpaläolithischer Keilmesser anhand von digitalen 3D-Modellen unterstützt. Ziel ist es, die Form der Schneidekanten mathematisch zu beschreiben, um somit Parameter für Klassifizierungen und Vergleiche zu erhalten. Als Grundlage für die Ableitung von Parametern dienen Schnitte, die rechtwinklig zur Schneidekante in einem definierten Abstand angelegt sind und in ein 2D-Koordinatensystem transformiert werden. Aktuell gibt es ca. 230 3D-Modelle von Keilmessern die im TraCEr von Lisa Schunk (RGZM) mittels Streifenlichtprojektor aufgenommen wurden. Die Digitalisierung der Schneidekanten als 3D-Polylinien erfolgte manuell, die automatische Erkennung der Schneidekante an heterogenen Oberflächenmodellen konnte bislang noch nicht umgesetzt werden. Nach dem Aufstellen des Konzeptes erfolgte die Umsetzung der Arbeitsschritte über Python-Skripte in der Software „GOM Professional“.  Darüber kann gewährleistet werden, dass alle Daten auf die gleiche Weise erzeugt und prozessiert werden. Die je Schneidekante erstellten 20 Schnitte bieten aktuell die Basis für die Definition von Parametern für die Formanalyse und Quantifizierung von Schneidekanten.

 

Eckdaten

Mitteilung vom 01.01.2020
  • – Lisa Schunk M.A.
Titelbild:
  • Webbasierte Datenpräsentation von 3D-Modellen antiker Nasshölzer mit abgeleiteten Kenngrößen und einer Verknüpfung zu einem 3D-Viewer. (Grafik: Anja Cramer, i3mainz/RGZM)

Nachrichten

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