Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Grabdenkmäler aus Augusta Treverorum, digital vernetzt

Ziel dieses vom BMBF geförderten Projekts ist es, drei umfangreiche Materialkomplexe, die Informationen zu römischen Grabdenkmälern aus Augusta Treverorum und Neumagen wiedergeben, erstmals systematisch aufzunehmen und durch Digitalisierung der wissenschaftlichen Community zur Verfügung zu stellen. Dadurch soll die Beantwortung zentraler Forschungsfragen ermöglicht werden: Die Monumente können als mediale Ensembles und figürliches sowie ornamentales Dekor, Architektur und Inschriften können miteinander vernetzt analysiert werden. Darüber hinaus trägt das BMBF-geförderte Projekt wesentlich zur Klärung bisher kaum beachteter Fragestellungen bei, die einen neuen Blick auf die Grabdenkmäler und ihre historische Kontextualisierung eröffnen und deren Bearbeitung ein echtes Forschungsdesiderat darstellt.
Motivation: 

Seit dem 1. April 2016 wird das von den Antragstellern geleitete DFG-Projekt Römische Grabdenkmäler aus Augusta Treverorum im überregionalen Vergleich: mediale Strategien sozialer Repräsentation durchgeführt. Gemeinsam mit dem Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt und in enger Kooperation mit Kolleginnen von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Luxemburg werden die Grabmonumente des östlichen Treverergebietes systematisch dokumentiert, als Medienensembles analysiert und soweit möglich digital rekonstruiert.

Das i3mainz ist für die 3D-Digitalisierung der Grabdenkmäler zuständig. Dabei haben sich bereits jetzt durch unerwartet zahlreiche Neufunde entscheidende Erkenntnisse, aber vor allem neue Fragen ergeben. Zum Zeitpunkt der Antragstellung des DFG-Projektes waren diese Materialbestände noch nicht bekannt und die damit verbundenen Problemstellungen nicht absehbar. Eine Aufarbeitung der neu entdeckten Bestände ist zur Klärung wesentlicher Forschungsfragen essentiell. Als Voraussetzung hierfür muss eine große Anzahl spezifischer Objekte bzw. auf Objekte bezogener Bildzeugnisse digitalisiert werden. In diesem vom BMBF geförderten Projekt werden drei umfangreiche Materialkomplexe erstmals systematisch aufgenommen und durch Digitalisierung wissenschaftlich erschlossen.

Es handelt sich zum einen um rund 22.000 Glasplattennegative mit Aufnahmen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Dieser Bildbestand dokumentiert die umfangreichen Bestände an Grabdenkmälern zum Zeitpunkt ihrer Auffindung und Bergung.

Ein weiterer Objektbestand umfasst etwa 100 Fragmente treverischer Grabdenkmäler, die sich im Raum Neumagen und Umgebung befinden.

Außerdem lagern in Archiven des Trierer Raumes historische Zeichnungen und Skizzenbücher, frühneuzeitliche Druckwerke und Ortsakten, die ca. 100 heute verlorene römische Grabmäler abbilden.

Activities: 

Die Glasplattennegative, Fragmente der Grabdenkmäler und die Archivalien sind bislang nur punktuell dokumentiert und in keiner Datenbankstruktur erfasst. Es soll durch Digitalisierung erstmals wissenschaftlich auswertbar, offen online abrufbar und langfristig für die Forschung nutzbar gemacht werden. Erst dies kann eine umfassende Gesamtanalyse des archäologischen Materials unter Berücksichtigung aller vorhandenen Daten- und Informationsquellen gewährleisten.

Basic Information

Period:     01.05.2018 - 30.04.2020
Participants:
  • – Prof. Dr. Anja Klöckner, Institut fĂĽr Archäologische Wissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
  • – Prof. Dr. Markus Scholz, Institut fĂĽr Archäologische Wissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
  • – Prof. Dr. Reinhard Förtsch, Deutsches Archäologisches Institut, Berlin
  • – Dr. Marcus Reuter, Rheinisches Landesmuseum Trier (RLM)
  • – Dr. Karl-Uwe Mahler, Institut fĂĽr Archäologische Wissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
Cooperation:
  • – Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • – Rheinisches Landesmuseum Trier
  • – Deutsches Archäologisches Institut (DAI)
  • – Bundesministerium fĂĽr Bildung und Forschung (BMBF)
Titelbild:
  • Nadine Lickteig beim Scannen von Antiken im Archiv des Rheinischen Landesmuseums Trier (Foto: Tobias Reich, i3mainz. Mit freundlicher Erlaubnis: GDKE-Rheinisches Landesmuseum Trier)

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