Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Das "Eckelsheimer Brandungskliff" in 3D

Wie aus der Zeit gefallen ragt das Brandungskliff am Steigerberg aus einer stillgelegten Kiesgrube zwischen den Ortschaften Eckelsheim und Wendelsheim im rheinland-pfälzischen Landkreis Alzey-Worms. Das Kliff zeugt von einer vor etwa 30 Millionen Jahren entstandenen Steilküste des Unter-Oligozänmeeres und ist in dieser Form deutschlandweit einmalig.

Anfang November begannen vielfältige Arbeiten zur digitalen Konservierung und Nachbildung der vor 20 Jahren entdeckten Gesteinsformation, denn die Witterung setzt dem Gestein zu. Hinzu kommt, dass die Eigentümerin des Grundstücks, die RKS Kies- und Splittwerke in Eckelsheim, die Grube wieder verfüllen wird.
Die Bürgerinitiative "Eckelsheimer Brandungskliff" entschied daher, das Riff durch die Flonheimer Firma Expofaktum in Originalgröße nachbilden zu lassen und unweit des Originalplatzes aufstellen zu lassen.

Auch auf dem Bildschirm wird das Brandungskliff als dreidimensionales Modell erhalten bleiben. Hierzu haben Carina Justus, Philipp Atorf und Sven Kaulfersch, Mitarbeiter des i3mainz, das Riff mittels terrestischen Laserscannings (TLS) und Photogrammetrie aufgenommen.

Hierzu wurde die Oberfläche des gesamten Kliffs von mehreren Standpunkten aus mit dem Laserscanner erfasst. Um ausgewählte Bereiche hervorheben zu können, wurde mit einer Spiegelreflexkamera Detailaufnahmen dieser Bereiche angefertigt. Aus diesen Bildverbänden lassen sich mit dem Verfahren des Structure from Motion (SfM) zusätzliche 3D-Modelle generieren.

Neben dem TLS kam die Drohne des i3mainz zum Einsatz. Die daraus gewonnenen Luftaufnahmen können wiederum zur 3D-Rekonstruktion genutzt werden. Zusätzlich ermöglichen es diese Bilder, die 3D-Daten des TLS zu texturieren. Dadurch wir das 3D-Modell die gleiche Farbgebung erhalten, wie das originale Brandungskliff.

Die besondere Herausforderung während der Messkampagne war die Wahl der Standpunkte, da das Steingebilde viele Verschneidungen aufweist, die natürlich alle erfasst werden sollten. Um das digitale Modell später virtuell in der ursprünglichen Umgebung darstellen zu können, wurden vor Ort Passpunkte mit GPS aufgenommen.

Nachrichten

Am 21. September haben sich in Mainz Forscherinnen und Forscher aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet zu einem  Get Together der Initiative Digital Humanities...

Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt besuchten vom 12. bis 15. September den internationalen...