Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Einsatz von Laserscanning und Photogrammetrie zur Dokumentation des Fußbodens der Stiftkirche zu Neustadt (Weinstraße)

Die Stiftskirche in Neustadt ist die bedeutenste gotische Kirche der Vorderpfalz. Die letzte grundlegende Renovierung fand in den Jahren 1928-1929 statt, so dass nach einer Standzeit von mehr als 80 Jahren die Oberflächen verschwärzt, die Gebäudetechnik veraltet und die Funktionsbereiche ihren Aufgaben nicht mehr gerecht werden konnten.
Motivation und Ziele: 

Derzeit findet eine umfassende Renovierung statt, die einen Anteil an Bauforschung beinhaltet, der bei Bauteilöffnungen immer neue Chancen der Erkenntnis bietet. Nach dem Ausräumen der Kirche und der Entfernung des alten Bodenbelags aus Magnesitestrich und Jura Marmor begann die Renovierung mit umfangreichen archäologischen Untersuchungen. Bei den Grabungen wurden sehr viele Grabplatten gefunden, die unterschiedlich verwendet waren: der größte Teil diente in der Zweitverwendung als Abdeckung der Warmluftbodenschächte aus dem 19. Jh., diese lagen vielfach mit Sichtseite nach unten, in Richtung Nord-Süd. Einige wenige Grabplatten befanden sich noch in situ, diese lagen immer in Richtung Ost-West. Ziel war es diesen freigelegten Zustand mit Hilfe von Laserscanning und Photogrammetrie zu dokumentieren.

Aktivitäten: 

Als Grundlage für die Dokumentation ist vorab eine Netzmessung mit Bezug zum Gaus-Krüger System durchgeführt wurden. Für die Dokumentation der Grabsteine erfolgte eine einfache ebene photogrammetrische Entzerrung, die über Passpunkte durchgeführt wurde. Dies hatte zur Folge, dass die resultierenden entzerrten Bildpläne an den entsprechenden geometrischen Positionen des Kirchenbodens vorlagen. Des Weiteren ist mit Hilfe von Laserscanning zum einen ein Intesitätsorthobild (Rasterize) entstanden, das eine Steingerechte Kartierung auf Basis von Gis oder CAD zulässt und zum anderen wurde das Höhenrelief des Kirchenbodens in Form einer 2.5D Darstellung visualisiert. Zusätzlich zu den zuvor genannten Schritten erfolgte die Ableitung des Grundriss der Kirche mit Hilfe der 3D Punktwolke.

Ergebnisse: 

Im Ergebnis sind alle Daten in QuantumGIS und AutoCAD vereinigt wurden. Das heißt, es liegen Grundriss, Höhenrelief, Visualisierung des Abtrags des Bodenbelags und alle entzerrten Bildpläne der Grabsteine kombiniert in der Dokumentation vor.

Eckdaten

Zeitraum:     01.03.2011 - 31.03.2011
  • – Claudius Schmidt B. Sc.
  • – Angelika Weigand Dipl. Des (FH)
Titelbild:
  • 3D Punktwolke des Kirchenbodens erzeugt mittel Laserscanning (HDS 6000)
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