Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Dreidimensionale Rekonstruktion der ursprünglichen Fundlage sämtlicher Treppenstufen des Palastbrunnens zu Qatna

Auf der archäologischen Ausgrabung in Qatna (Syrien) wurde 2008 ein Brunnen mit Nassholzfunden freigelegt und anschließend dreidimensional dokumentiert. Die Auswertung der auf den Holzfund bezogenen Daten wurde von 2010-2012 realisiert. (siehe dazu das Projekt "Einsatz moderner Messtechnik als Grundlage für die Rekonstruktion eines bronzezeitlichen Brunnens") In diesem Teilprojekt bezogen auf dem Brunnen soll der ursprüngliche freigelegte Treppenverlauf rekonstruiert werden.
Motivation und Ziele: 

Da im Jahr 2013 der Wunsch aufkam, die  Fundsituation der Brunnentreppe dreidimensional zu rekonstruieren, sichtete das i3mainz-Team die Daten der 2004 dokumentierten Freilegung (Grabungsphotos, Plana, usw.). Auf Basis dieser Sichtung wählte es entsprechende Verfahren aus, die eine 3D-Rekonstruktion des damaligen Fundzustandes ermöglichen.

Schon zu Zeiten der historischen Nutzung waren einzelne Stufen aus der Auflage gestürzt, welche dann auf die noch erhaltene Treppe deponiert wurden. Das heißt, daß die Archäologen bei der 2004 beginnenden Brunnenausgrabung eine Fülle übereinander gestapelter Stufen freilegten.

Aktivitäten: 

Hinsichtlich der Komplexität des Treppenversturzes lässt sich nicht nur eine Technologie für die 3D- Rekonstruktion der ursprünglichen Fundlage nutzen. Es wurden mehrere Auswertestrategien kombiniert eingesetzt. Dazu zählt einerseits die SFM (Structure From Motion) Technik, die anhand der alten Grabungsbilder 3D Punktwolken des damals fotografierten Fundzustandes ableitet. Und andererseits eine CAD-Rekonstruktion der einzelnen Stufen auf Grundlage der gezeichneten Plana und Ansichten. Es musste in dieser Form vorgegangen werden, da keine der beiden Verfahren eine vollständige Rekonstruktion der Treppe zulässt. Im ersten Schritt erfolgte die dreidimensionale Rekonstruktion des östlichen oberen Abstieges der Treppe die aus 24 Stufen besteht. Im Jahr 2014 ist diese Art der Rekonstruktion für den nördlichen und westlichen Treppenabstieg durchgeführt worden und beinhaltet eine Fülle weiterer Treppenstufen. Geplant ist diese Form der Dokumentation 2015 abzuschließen.

Ergebnisse: 

Das vorläufige Ergebnis sind die 3D rekonstruierten Treppenstufen der östlichen, nördlichen und westlichen oberen Brunnenabstiege in der ursprünglichen Fundlage. Diese sind in das 3D Modell des restaurierten Brunnenzustandes integriert worden (in der rechts aufgeführten Abbildung braun dargestellt), dass mithilfe der 3D Laserscanning Technik 2009 erfasst wurde.  Die Restaurierung erfolgte mithilfe der Bauforschung und Archäologie, unter anderem auch um die Sicherheit zu gewährleisten. 

Eckdaten

Zeitraum:     01.01.2014 - 31.12.2014
Beteiligte Personen:
  • – Prof. Peter Pfälzner
Kooperation:
  • – Universität Tübingen, Altorientalisches Seminar
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