Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Wie digitalisiert man einen Steinbruch? Interdisziplinäre Prospektion in der Eifel

Im Zeitraum vom 24. bis zum 29. Juli führten Dr. Stefanie Wefers (i3mainz) und Dr. Tatjana Gluhak vom Institut für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg gemeinsam mit Tobias Reich und Nadine Lickteig vom i3mainz eine Prospektion im Rahmen des DikoS Projektes in der Eifel durch.

Ziel der Prospektion waren die Steinbrüche Mayener Grubenfeld, Kottenheimer Winfeld, Hohe Buche, Mauerley und das Römerbergwerk Meurin. Die Gruppe, bestehend aus einer Archäologin, einer Geologin und zwei Geodäten, versuchte in der Zeit, die teilweise bereits dokumentierten Abbauspuren wiederzufinden und unterschiedliche archäologische und geologische Eigenschaften dieser Steinbrüche herauszuarbeiten. Darauf aufbauend stellten die Geodäten erste Überlegungen zur vermessungstechnischen Dokumentation der Steinbrüche an. Von Anzahl und Größe der gefundenen Eigenschaften, bspw. Abbauspuren wie Keiltaschen, Bohrlöcher und geologische Klüfte, hängt die Wahl der einsetzbaren 3D-Techniken ab.

Um die Steinbrüche als georeferenziertes 3D-Modell dokumentieren zu können, müssen zuvor verschiedene Zwischenergebnisse erbracht werden:

Zunächst müssen die Steinbrüche in ein übergeordnetes Referenzsystem eingehängt werden, um deren Auffindbarkeit zu ermöglichen. Es ist problematisch, die Steinbrüche Mauerley und Hohe Buche, die sich im Wald befinden, und das überdachte Römerbergwerk Meurin in ein Landessystem zu bringen. Denn das benötigte GPS-Signal ist durch die Abschattung der Bäume und im Gebäude nicht mit ausreichender Genauigkeit vorhanden. Zur Lösung dieses Problems muss ein Polygonzug an die vorhandenen Festpunkte angeschlossen werden. Dazu müssen die Festpunkte zuerst gesucht und überprüft werden. Falls keine, zu wenige oder nur solche mit einer nicht ausreichenden Genauigkeit vorhanden sind, müssen neue Punkte mittels Polygonzug oder GPS (außerhalb des Waldes oder der Gebäude) bestimmt werden.

Ein weiteres Ziel ist, das 3D-Modell so zu generieren, dass sowohl die grobe Geländestruktur, als auch die Abbauspuren und geologischen Strukturen vorhanden sind. Letztere sind auch vor Ort schwerer zu erkennen als andere. Daher sind Detailaufnahmen notwendig, die einen erhöhten Zeitaufwand erfordern. Für diese Dokumentation muss daher mit verschiedenen 3D-Techniken gearbeitet werden, so dass alle gefundenen archäologischen und geologischen Eigenschaften in ausreichender Qualität gemeinsam dargestellt werden können.

Eckdaten

Mitteilung vom 10.07.2017
Ansprechpartner:
  • – Nadine Lickteig
  • – Dr. Tatjana Gluhak
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