Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Raphael Bretscher erhält Preis des Hochschulrats

Zum siebten Mal wurde am 17.11.2016 der Preis des Hochschulrats der Hochschule Mainz verliehen, mit dem herausragende Studienleistungen ausgezeichnet werden. Der mit 2000 Euro dotierte Preis ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an Raphael Bretscher und Jana Kocher. Raphael Bretscher wurde für seine Masterarbeit „3D-Mine-Mapping – Entwurf, Erprobung und Bewertung innovativer Strategien“ ausgezeichnet, Jana Kocher, Absolventin des Studiengangs Kommunikationsdesign, erhielt den Preis für ihre Bachelorarbeit „Zero Day“. Die Studienarbeit „MainzWiesbadenTurm“, welche Mitarbeiter des i3mainz unterstützt hatten, wurde mit dem Sonderpreis der Hochschulleitung gewürdigt.

Raphael Bretscher schloss sein Masterstudium der Geoinformatik und Vermessung mit einer Arbeit über „3D-Mine-Mapping“ ab. Gegenstand der Arbeit sind der Entwurf, die Erprobung und Bewertung einer neuartigen Strategie zur direkten, georeferenzierten, dreidimensionalen Punktwolkenbestimmung unzugänglicher Objekte mittels bildgebendem Tachymeter und Structure-from-Motion-Techniken.

Anknüpfend an das 2014 erfolgreich abgeschlossene BMBF-Projekt Modulare Digitalkameratachymeter – MoDiTa nutzt die Hochschule Mainz seit Frühjahr 2015 einen bildgebenden Tachymeter Leica MS50. Neuartig an dieser geodätischen Totalstation ist die im Messfernrohr integrierte Digitalkamera samt motorisierter Fokussiereinrichtung. Per se eignet sich die MS50 sehr gut zur Lösung von 3D-Scanningaufgaben für mittlere Entfernungen bis etwa 100 m. Bei größeren Entfernungen bis etwa 2 km kann der Anwender mit dem flexibel konfigurierbaren Entfernungsmesssystem den physikalisch notwendigen Kompromiss zwischen hoher Genauigkeit bei langer Messdauer einerseits und hoher Taktrate bei geringer Genauigkeit andererseits recht frei vorgeben.

An diesem Punkt setzt das Projekt von Raphael Bretscher an: Er entwarf und erprobte einen Workflow, der mit einzelnen hochgenauen Zielungen über große Distanzen hinweg bei zusätzlich bildgestützter Auswertung schnell zu einer hochauflösenden und hochgenauen 3D-Punktwolke führt. Bei diesem Vorgehen darf trotz vollständiger Georeferenzierung und Genauigkeiten im Zentimeterbereich auf das Begehen des zu scannenden Objekts, z.B. zum Anbringen von Messmarken, verzichtet werden – bei unzugänglichen oder gefährlichen Bereichen wie instabilen Steilwänden ein unschätzbarer Vorteil. Die Masterarbeit wurde mit der Bestnote 1.0 bewertet.

Neben seinen herausragenden Studienleistungen hat sich Raphael Bretscher auch innerhalb der Hochschule engagiert. Als Erster Vorsitzender der Fachschaft Geoinformatik und Vermessung war er in seiner Funktion als Koordinator maßgeblich an der Realisierung eines Imagefilms für den Studiengang Geoinformatik und Vermessung beteiligt. Darüber hinaus wirkte er als Tutor im International Office und betreute als studentische Hilfskraft in der Abteilung Übergang Schule/Hochschule ingenieurtechnisch interessierte Schülerinnen und Schüler.

Im Rahmen ihrer Bachelor-Thesis „Zero Day“ hat Jana Kocher eine interaktive Webseite zum Thema „Cyberwar“ entwickelt,  die zur Aufklärung über diese Thematik beitragen soll. „Cyberwar“, so Jana Kocher, „ist längst kein fiktives ‚Science-Fiction Szenario‘ mehr, da die Bedrohung aktueller denn je zuvor ist. Durch die zunehmende Anzahl an Cyberangriffen, ausgeführt durch Hacker aus aller Welt, wird der Begriff ‚Cyberwar‘ immer häufiger von Medien und IT-Experten als reale Gefahr verstanden. Dabei wird in den Medien der Begriff ‚Cyberwar‘ zumeist unkritisch für jede Art von Cyberangriff verwendet, wohingegen die Experten von Cyberwar reden, wenn staatliche Akteure beteiligt sind. Tatsächlich bereiten sich die Militärs vieler Staaten mit defensiven und offensiven Strategien auf diese neue virtuelle Gefahrenlage vor. Ich hoffe, dass meine Internetplattform dazu beiträgt, dass sich mehr Menschen diese Veränderung bewusst machen und sich dafür einsetzen, dass die Politik und die Wirtschaft geeignete Gegenmaßnahmen ergreift."

Mit dem Sonderpreis der Hochschulleitung wurde die Studienarbeit Mainz-WiesbadenTurm ausgezeichnet, die unter der Federführung von Prof. Kerstin Molter und Prof. Dr. Julius Niederwöhrmeier (Lehreinheit Architektur) entstanden ist. Grundidee des Projekts, das im Rahmen des Architektursommers Rhein Main 2015 realisiert worden war, war eine neue kontextuelle Verortung des Eisenturms im Stadtraum, die durch eine raumbildende Intervention aus 360 Dachlatten erreicht wurde. Während der gesamten Planungs- und Umsetzungsphase hatten die Studierenden vermessungstechnische Unterstützung von Carina Justus und Stefan Mehlig vom i3mainz erhalten. Die entstandene Installation leistete einen identitätsstiftenden und weit ausstrahlenden Beitrag für die beiden beteiligten Städte Mainz und Wiesbaden. Sie wurde im Juli 2016 am Hunsrückhaus im Nationalpark Hunsrück-Hochwald unter dem Namen Natur-Kultur-Raum wieder aufgebaut.

Den Preis hatte der Hochschulrat 2009 gestiftet. „Er ist eine besondere Auszeichnung für die Studierenden und Absolventen. Denn ihre Hochschule honoriert damit nicht nur herausragende Studienleistungen, sondern auch das allgemeine soziale oder hochschulpolitische Engagement der Preisträger", so der Vorsitzende des Gremiums, Richard Patzke.

Eckdaten

Mitteilung vom 18.11.2016
Ansprechpartner:
  • – Raphael Bretscher M.Sc.
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