Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Mit KnowDIP und ARS3D in Oldenburg

Mit zwei Vorträgen war das i3mainz auf den 18. Oldenburger 3D-Tagen vom 6. bis 7. Februar 2018 vertreten.

Jean-Jacques Ponciano stellte einige Resultate aus seiner Dissertation vor, die derzeit am i3mainz in Kooperation mit der Université Saint Etienne entsteht. Sein Vortrag stand unter dem Titel "Identification and classification of objects in 3D point clouds based on a semantic concept". Er beschäftigte sich mit den großen Mengen unstrukturierter Datensätze, welche im Zuge der Digitalisierung entstehen. Um die in diesen Datensätzen enthaltenen Objekte zu extrahieren, sind nachfolgende Analyseschritte erforderlich. Die effizienteste, aber auch teuerste und zeitaufwändigste Analyse basiert auf der manuellen Bearbeitung, die es ermöglicht, menschliches Wissen und Intelligenz zu integrieren. Computergestützte Methoden sind weniger effektiv, da sie hauptsächlich implizites Wissen verwenden, das es erlaubt, Algorithmen zu parametrisieren, die Teil einer definierten Verarbeitungskette sind. In seiner Arbeit will Jean-Jacques Ponciano diese Einschränkungen durch eine allgemeinere und flexiblere Integration von nützlichen Wissen in die Verarbeitung überwinden. Er stellte einen Ansatz vor, der vollständig auf semantischen Technologien basiert und Expertenwissen nutzt. Dieses Expertenwissen wird in einer Ontologie modelliert und beschreibt Objekte, Daten und Algorithmen.

Carina Justus sprach unter dem Titel "Gewinnung realitätsnaher virtueller Modelle als Grundlage für die Erkennung von Ähnlichkeiten" über das Projekt ARS3D, ein Kooperationsprojekt von i3mainz und Römisch-Germanischem Zentralmuseum (RGZM), welches sich mit der African Red Slip Ware (ARS) beschäftigt. ARS ist eine reliefverzierte Keramik, die hauptsächlich zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert n. Chr. in Nordafrika hergestellt wurde. Die charakteristischen Applikationsmotive geben Einblicke in das Verständnis der spätantiken Ideenwelten. Als massenproduzierte Bildträger und Alltagsgegenstände fanden ARS-Schalen, -Teller und -Behälter weite Verbreitung. 3D-Geometrie und archäologische Interpretation ermöglichen es, Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Applikationsmotiven zu identifizieren, um gemeinsame Fertigungsstrategien oder sogar gemeinsame Werkstätten festzustellen. Zu diesem Zweck wird ein hochgenaues 3D-Modell mittels Streifenlichtprojektion erzeugt, ergänzt durch die Textur der ARS mittels farbkalibrierter Photogrammetrie. Die akkurate Zusammenführung von Geometrie und Farbinformationen wird über einen einheitlichen Referenzpunktrahmen gewährleistet. Durch den Herstellungsprozess werden Appliken je nach Geometrie des Behälters unterschiedlich verformt. Diese Verformungen müssen vor einer Ähnlichkeitsanalyse so weit wie möglich beseitigt werden, weshalb verschiedene Arten von Transformationen angewendet werden müssen. Wiederhergestellte Appliken können auf unterschiedliche Weise prozessiert werden, um eine mögliche Ähnlichkeit abzuschätzen.

DarĂĽber hinaus leitete Prof. Dr. Frank Boochs die Session zum Thema Bildverarbeitung.

Eckdaten

Mitteilung vom 11.02.2019
Titelbild:
  • Jean-Jacques Ponciano stellt Resultate aus seiner Dissertation vor, Foto: Carina Justus, i3mainz