Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Informationstechnik und Archäologie 2018

Im Projektjahr wurde gemeinsam an einem Konzept zur strukturierten und zentralen Ablage und Bereitstellung von Daten aus dem Bereich Digital Humanities gearbeitet. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Definition und das Festlegen von Metadaten und Nutzungsrechten, die für eine zukünftige Bereitstellung der Daten notwendig sind. Die Erfüllung dieser Anforderungen ist inzwischen eine Grundvoraussetzung von vielen Projektträgern zur Genehmigung von Drittmittelanträgen. Die im Juni 2018 veröffentlichten mainzed-Empfehlungen im Umgang mit „Daten in Forschung, Lehre und Transfer“ dienen dabei als Grundlage. Ein Ziel aller hieran Beteiligten (inklusive i3mainz und RGZM) ist es, wissenschaftliche Daten offen und langfristig zur Verfügung zu stellen.

Am i3mainz gibt es aktuell Forschungsprojekte, die sich mit der Digitalisierung von Objekten und der anschließenden Bereitstellung der Daten befassen. So sollen die Daten aus dem Projekten „ARS3D African Red Slip Ware digital und „Grabdenkmäler aus Augusta Treverorum" Arachne bereitgestellt werden. Arachne ist die zentrale Objektdatenbank des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) und der Arbeitsstelle für Digitale Archäologie (CoDArchLab) des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln.

In der engen Zusammenarbeit mit dem RGZM entstehen regelmäßig neue digitale Daten. Das RGZM hat sich zum Ziel gesetzt diese Datensätze für zukünftige Nutzungen webbasiert in einem Datenportal bereit zu stellen. Das sich im Aufbau befindende Datenportal wird Suchen über definierte Schlagwörter erlauben und das Betrachten und Downloaden von Datensätzen ermöglichen. 

Neben der reinen Dokumentation ist die Ableitung von Datensätzen für 3D-Drucke (z.B. Tastmodelle), Animationen, Rekonstruktionen oder für digitale Analysen ein Ziel der 3D-Digitalisierung. Abhängig von dem Verwendungsziel wird das entsprechende Verfahren gewählt, wobei die Kriterien Auflösung, Detailierungsgrad, Farbinformation und Aufwand eine Rolle spielen. Möglichst alle Datensätze sollen für zukünftige Verwendungen bereitgestellt werden.

Guido Heinz betreute 2018 die Bachelorarbeit von Andrea Mertens mit dem Thema „Dokumentation und Bereitstellung antiker Objekte mittels 3D-Scanning und webbasiertem Viewer“ im Studiengang Geoinformatik und Vermessung der Hochschule Mainz. Dabei wurden 20 ausgewählte Objekte aus der Sammlung des RGZM hochauflösend 3D-digitalisiert, mit einer farbkalibrierten Textur versehen und anschließend in einem webbasierten Viewer bereitgestellt. Die technischen Parameter der Aufnahme und Datenprozessierung wurden als Metadaten erfasst.

Neben den neu erzeugten Daten spielen für das Datenportal am RGZM auch Daten aus bereits abgeschlossenen Projekten eine Rolle, die zugänglich gemacht werden sollen. Neben 3D-Daten werden auch Daten mit Raumbezug über einen Geoserver veröffentlich. Für eine Publikation mussten CAD-Pläne aus AutoCAD, die in Diplomarbeiten entstanden und chinesische Kaisergräber aus der Tang-Dynastie dokumentierten, neu aufbereitet werden. Die AutoCAD-Daten wurden in eine PostGIS-Datenbank überführt und mit Metadaten bzw. Schlagwörtern versehen. Die damals nach Zeichenvorschrift erstellten CAD-Pläne wurden in die Datenbank überführt und können jetzt über OGC-Dienste in GIS-Anwendungen integriert werden.

Eckdaten

Mitteilung vom 11.01.2019
Titelbild:
  • Übersichtsplan der Kaisergrabanlage Qiaoling mit Detailansicht der südlichen Prozessionsstraße und einem Auszug aus dem Darstellungskataloges des Projektes [Grafik: Lutz Röpel / Anja Cramer / Guido Heinz]

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