Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Dr. Gabriel Bodard am i3mainz

Mitte Februar 2015 war Dr. Gabriel Bodard vom King's College London für zwei Tage zu Gast am i3mainz, um sich mit Wissenschaftlern des Instituts und weiteren Gästen von Partnereinrichtungen auszutauschen und gemeinsame Projektideen zu entwickeln. Bodard ist einer der weltweit einflussreichsten Vertreter der Digital Humanities mit Schwerpunkt in den altertumswissenschaftlichen Fächern. Unter seiner Federführung wurden in den vergangenen Jahren nicht nur maßgebliche Forschungsprojekte zur digitalen Epigraphie vorangetrieben, sondern er prägt durch seine Arbeit auch maßgeblich eine Reihe von Standardisierungsinitiativen für den Austausch digitaler Daten in den Geisteswissenschaften.

Am Abend des 19. Februar hielt Bodard einen Vortrag zum Thema „Standards for Networking Ancient Posopographies: linked data, collaboration and community building“. Dabei stellte er das Projekt SNAP:DRGN vor, das große Datenbestände zu Personen der Antike im römisch-griechischen Raum sammelt und als Linked Open Data Ressourcen einheitlich adressierbar im Web zur Verfügung stellt. Um dies zu erreichen, überführen die Mitarbeiter des Projektes zunächst vorhandene große Prosopographien in ein einheitliches maschinenlesbares Format. Die Nutzer einer derzeit noch in Entwicklung befindlichen Software haben dann die Möglichkeit, Namen in antiken Texten durch Annotationen mit den entsprechenden Personen zu verbinden. Zu den Gästen zählten neben einigen Mitgliedern des i3mainz insbesondere auch Gäste verschiedener Fächer der Universität, die an entsprechenden Forschungsprojekten aktiv arbeiten.

Am Tag darauf fand ein offenes Kolloquium zu verschiedenen Themen rund um Linked Open Data in den Geisteswissenschaften statt. Die Teilnehmer stellten jeweils kurz aktuelle Forschungsvorhaben als Diskussionsgrundlage vor. Dr. Karsten Tolle von der Universität Frankfurt präsentierte das Projekt nomisma.org zur digitalen Repräsentation von Konzepten aus der Münzkunde mittels Linked Open Data. Florian Thiery vom i3mainz erklärte das Labeling System, mit dem man kontrollierte Vokabulare erstellen und als URI publizieren kann. Dr. Allard Mees vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) referierte über den Samian Navigator, der die räumliche Verteilung von Terra Sigillata analysiert. Zuletzt stellte Martin Unold vom i3mainz eine Web-Anwendung zur 3D-Erfassung und Verknüpfung, den GenericViewer, vor. Es fand ein ergiebiger Austausch statt, der zu neuen Denkanstößen und Forschungsideen führte. Alle Beteiligten wollen ein Treffen mit diesem Format noch innerhalb des laufenden Jahres wiederholen.

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