Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

COSCH-Meeting in Joensuu, Finnland

Im Rahmen des europaweiten Projekts „Colour and Space in Cultural Heritage“ (COSCH) fand vom 31.März bis 02.April 2014 das dritte große Meeting aller fünf Arbeitsgruppen sowie des Management Committees an der University of Eastern Finland in Joensuu statt. Neben dem Vorsitzenden der Action Prof. Dr.-Ing. Frank Boochs nahmen Celeste Chudyk, Carina Justus, Waldemar Mordwinzew, Stefanie Wefers und Ann-Kathrin Wiemann vom i3mainz an diesem Meeting teil.

Nach der Begrüßung im „Digitarium“ – einem an der University of Eastern Finland etablierten Digitalisierungszentrum – führten Mitarbeiter die laufende automatisierte 2D-Digitalisierung eines Herbariums und einer Käfersammlung vor und erläuterten die Datenstruktur, welche sich hinter dem Speicherprozess verbirgt. Anschließend stand ein Besuch bei den Laboratorien der „Spectral Color Research“ Gruppe der University of Eastern Finland auf dem Programm. Die Mitarbeiter stellten fünf Projekte vor, bei denen es unter anderem um Spektralaufnahmen mit einer 7-Kanal-Kamera und um die Verarbeitung der Daten geht. Zentrale Fragen sind die Farbbearbeitung und das Reflexionsvermögen von Spektralaufnahmen, als Anschauungsobjekte dienten u.a. Geldscheine und Ikonen.

Am zweiten Tag wurde der „Joensuu Science Park“, der Ort an dem das Meeting stattfand, vorgestellt. Daraufhin präsentierten drei Teilnehmer aus Polen, Portugal und der Schweiz in Kurzvorträgen ihre Forschungsergebnisse, die sie im Rahmen von sog. „Short Term Scientific Missions“ (STSM) im letzten Jahr gewonnen hatten. Diese STSM erlauben es Teilnehmern der Action, an einer Gastuniversität oder -institution in einem anderen Land zu forschen und sich in Kooperation mit dem jeweiligen Institut weiterzubilden. Die vorgestellten Forschungsergebnisse gaben Einblicke in die hyperspektrale Analyse von Farbpigmenten, die realitätsgetreue Abbildung von Objektoberflächen und die spektrale Dokumentation von Wandmalereien.

In einem weiteren Vortrag stellte Prof. Dr.-Ing. Frank Boochs vom i3mainz vor, wie die Ergebnisse des Projekts mit Hilfe semantischer Wissensmodellierung gesammelt und strukturiert in Form einer App zugänglich gemacht werden können. Einstimmig wurde beschlossen, dieses Ziel zu verfolgen, da die sog. „COSCHKR App“ auch über die Laufzeit des Projekts hinaus eine Brücke zwischen den verschiedensten Disziplinen, die sich mit der Dokumentation von Kulturgütern befassen, bilden kann.

Ein anderer Tagespunkt auf der Agenda war die Besprechung in den einzelnen Arbeitsgruppen, in denen sich die Teilnehmer ihren speziellen Themenbereichen widmeten. Die Arbeitsgruppe 1 befasst sich mit der spektralen Objektdokumentation, die zweite Arbeitsgruppe mit der 3D-Dokumentation von Kulturgütern. In der dritten Arbeitsgruppe werden Algorithmen und Verfahrensweisen diskutiert. Mit der Analyse und Restaurierung von Kulturgütern befasst sich die Arbeitsgruppe 4 und die Visualisierung von Kulturgütern und ihre Verbreitung ist Themenschwerpunkt der fünften Arbeitsgruppe. Am 02.April bot die sog. Think Tank Plattform jungen Nachwuchswissenschaftlern des Projekts die Möglichkeit, eigene Ideen und Fragen zu diskutieren, die während der Konferenz aufgekommen waren.

Neben den offiziellen Programmpunkten diente die Reise nach Finnland auch dem interdisziplinären und interkulturellen Austausch zwischen den Teilnehmern. Beim Mittagessen, in den Kaffeepausen, insbesondere aber beim gemeinsamen Abendprogramm lernten sie sich besser kennen und sprachen über Wissenswertes aus den verschiedenen Spezialgebieten, ihre Arbeitsbereiche, Universitäten und Institute. Einblicke in die finnische Kultur gewannen die Gäste bei einem Museumsbesuch und, auf besonders erfrischende Weise, bei der Teilnahme an einem typisch finnischen Saunaabend, Eisschwimmen inbegriffen.

 

 

Eckdaten

Mitteilung vom 14.04.2014
Titelbild:
  • Eisschwimmen im See