Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Das i3mainz auf der 42. CAA in Siena

Vom 30. März bis zum 3. April trafen sich Wissenschaftler und Experten, um sich über Computeranwendungen und Quantitative Methoden in der Archäologie auszutauschen. Dieses Jahr fand die 42. Konferenz der Computer Applications and Quantitive Methods in Archaeology (CAA) im italienischen Siena statt. Über 500 Teilnehmer aus der ganzen Welt diskutierten in 45 Sessions, 7 Roundtables sowie 12 Workshops relevante Themenbereiche, wie etwa Linked-Data, Ontologien & Standards, Internet & Archäologie, 3D Technologien, sowie GIS & räumliche Analysen.

Im Rahmen der von Leif Isaksen und Keith May organisierten Session „Linked Data: From interoperable to interoperating” präsentierten Florian Thiery und Thomas Engel ihr Paper mit dem Titel “The Labeling System: A bottom-up approach for enriched vocabularies in the humanities”.

Ein Geisteswissenschaftler soll dabei in die Lage versetzt werden, über ein simples User-Interface sein eigenes kontrolliertes Fachvokabular zu definieren. Die dabei im Internet publizierten URIs der erstellten Begriffe werden in der Welt des Web 3.0 (Semantic Web) innerhalb authoritativer Vokabulare verortet. Dies wird als “Labeling Approach” bezeichnet. Das Labeling System ist bereits in einer prototypischen Phase und kann in einer Demo getestet werden.

In einem Roundtable unter dem Titel “Linked Open Data Applied to Pottery Databases”, geleitet von Ethan Gruber und Renee Gondek, tauschten Experten und Interessierte Erfahrungen in der Transformation von Keramikdatenbanken in Linked Data Strukturen aus. Florian Thiery präsentierte die Ergebnisse und daraus resultierenden Herausforderungen seiner 2013 abgeschlossenen Masterarbeit, welche er in Zusammenarbeit mit dem RGZM geschrieben hatte, unter dem Titel “Linked Samian Ware: challenges of a LOD approach to samian ware”.

Kai-Christian Bruhn referierte in einem weiteren Vortrag das zusammen mit Martin Unold erarbeitete Paper zum Thema “Annotating instead of Modelling”. Darin stellte er Techniken vor, die Auswertungen, wie beispielsweise Sichtbarkeitsanalysen, auf rohen Messdaten ermöglichen und somit eine aufwändige 3D-Modellierung umgehen. Stattdessen werden 3D-Daten mit Fachinformationen annotiert. Ein nützliches Hilfsmittel stellt dabei der am i3mainz im Projekt IBR entwickelte GenericViewer dar.

Die von Anna Bentkowska-Kafel (King’s College London, UK), Vice Chair der COST Action TD1201 COSCH, initiierte und geleitete Session “Colour and Space in Cultural Heritage: Interdisciplinary connections” umfasste fünf Vorträge sowie zwei Poster, die die Herausforderungen an interdisziplinäre Projekte im Bereich von räumlicher und spektraler Datengenerierung, -aufbereitung, -verarbeitung und -nutzung für Kulturgüter thematisierten.

Stefanie Wefers präsentierte das Konzept der im Aufbau befindlichen Ontologie COSCH Knowledge Representation. In ihr werden die Technologien und zugehörigen Instrumente, die zur digitalen räumlichen und spektralen Erfassung von Kulturgütern verwendet werden, mit ihren Charakteristiken strukturiert abgebildet und zugleich mit den Anforderungen der geisteswissenschaftlichen Fragestellung verknüpft. Über ein UI wird es letztendlich sowohl dem Geisteswissenschaftler als auch dem Ingenieur möglich sein, an die individuellen Anforderungen angepasste Empfehlungen für eine optimale digitale Erfassung, Datenaufbereitung und Datennutzung von Kulturgütern abzurufen.

Eine ausfĂĽhrliche Beschreibung der vorgestellten Inhalte befinden sich im Book of Abstracts.

Intensive Gespräche während der Konferenz verdeutlichten die Notwendigkeit der Nutzung modernster Web-Technologien und Frameworks, sodass die komplexe Modellierung geisteswissenschaftlicher Fragestellungen automatisiert erfolgen kann. Sie bestärkten die Anwesenden des i3mainz, auch in Zukunft Projekte im Bereich der Spatial Humanities und den Ansätzen des Semantic Web zu verfolgen.

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