Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Augmented Reality-Innovationen für die Industrie 4.0

Ein Bergbauspezialist, neun mittelständische Unternehmen und zwei Forschungseinrichtungen, darunter das i3mainz, haben jüngst ein Forschungsnetzwerk an der Schnittstelle zwischen Sensorik, Digitalisierung und Augmented Reality gegründet. Die Auftaktsitzung fand am 29. September an der Hochschule in Heilbronn statt. Initiiert und konzipiert hat das Technologienetzwerk die Innovationsberatungsgesellschaft EurA Consult AG.

Ziel des neuen, vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Kooperationsnetzwerkes AR-SensoR* 4.0 ist es, Innovationen rund um die Augmented Reality anzustoßen, entsprechende Entwicklungsprojekte zu planen, umzusetzen und die daraus entspringenden Produkte oder Technologien gemeinsam zu vermarkten.

Die bisherigen Netzwerkpartner bilden bereits eine komplette Wertschöpfungskette – angefangen bei Komponentenherstellern über Verarbeiter von Sensordaten, Spezialisten der Bildverarbeitung, der Indoor-Navigation und des Mappings, bis hin zu Softwareanbietern und Anwendern – ab. Das Netzwerk steht jedoch für weitere Anwender, die auf der Suche nach innovativen Lösungen an der Schnittstelle zwischen Sensorik, Digitalisierung und Augmented Reality sind, offen.

Zunächst sollen insbesondere Anforderungen aus der Industrie ermittelt und konkretisiert werden. Durch die Beteiligung von Anwendern aus dem industriellen Umfeld sollen neue wirtschaftliche Anwendungen und Geschäftsmodelle definiert werden und darauf aufbauend gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte konzipiert und realisiert werden.

Beim Kontrollgang durch die Werkshalle etwa trägt der Mitarbeiter eine AR-Brille, die in sein Sichtfeld zusätzliche Informationen aus angeschlossenen Sensorsystemen einblendet. In der Brille können auch digital hinterlegte Daten wie Baupläne, Schaltungen oder Anleitungen zur Prüfung oder Instandhaltung angezeigt werden. Dieses Beispiel deutet schon an, dass der Schwerpunkt des AR-Netzwerks viel mit Sensorik, Navigation, Bildanalyse, Geodatenverarbeitung zu tun haben könnte. Ziel ist die Entwicklung neuer Applikationen, insbesondere für die Produktion, Montage sowie für Servicetechniker. Die AR-Brille ist jedoch nur eine von mehreren Möglichkeiten zur Visualisierung. Die Darstellung kann ebenso auf Tablets, Notebooks oder SmartPhones erfolgen.

Im Zentrum der Auftaktveranstaltung standen das gegenseitige Kennenlernen und der technologische Wissensaustausch. So konnten sich die Teilnehmer unter anderem mit der Hololens-Datenbrille von Microsoft vertraut machen, die von Ubimax-Forscher Dr. Falko Schmidt und Prof. Gerrit Meixner von der Hochschule Heilbronn vorgestellt wurde. Marten Krull, dessen Ingenieurbüro auf die photogrammetrische Vermessung mittels mit UAV-Systemen spezialisiert ist, beeindruckte mit der spektakulären Flugschau einer Video-Drohne.

Folgende Partner gehören dem Netzwerk an:

Als unabhängiges Ingenieur- und Consultingunternehmen agiert die Essener DMT GmbH & Co. KG weltweit auf den Gebieten Bergbau, Rohstofferkundung und Exploration, Bau und Infrastruktur, Kokereitechnik, Gebäudesicherheit, Produktprüfung und Industrielle Messtechnik. Das Geschäftsfeld Geo Engineering & Exploration bietet maßgeschneiderte Ingenieurlösungen im Altbergbau und Sanierungsbergbau, in der Bergbaufolgenutzung, der Bautechnik und der Umwelttechnik. Das Unternehmen verfügt über ein umfassendes Dienstleistungsangebot, zudem treibt DMT auch eigene Entwicklungen voran.

Die CMC Engineers GmbH aus Hülben (bei Bad Urach) ist spezialisiert auf die Erstellung technischer Medien und Dienstleistung im Bereich Virtual Reality. Zu den Haupttätigkeitsfeldern der CMC gehören u.a. Renderings für den Maschinenbau, technische Illustrationen, technische Dokumentation, virtuelle Produktvorstellungen sowie virtuelles Training. Seit 2011 arbeitet CMC im Bereich der technischen Visualisierung und bietet Kunden ein innovatives Dienstleistungsspektrum mit technischem Fokus.

Die Heidelberg Mobil International GmbH mit Sitz in Heidelberg ist ein international agierendes IT-Unternehmen und Spezialist für die Konzeption und Entwicklung von mobilen und Cloud-basierten Softwarelösungen. Erklärtes Ziel des Unternehmens ist es, die individuellen Prozesse der Kunden nachhaltig mobil zu unterstützen und effizienter zu gestalten. Ein Kompetenzschwerpunkt liegt unter anderem auf der Integration von Geoinformationen großflächiger Einrichtungen und der Darstellung interaktiver Karten auf mobilen Endgeräten (z.B. Shopping Malls, Flughäfen, große Betriebsgelände oder Themenparks).

Die INFITEC GmbH mit Sitz in Gerstetten (bei Ulm) entwickelt, produziert und vertreibt Stereoprojektion-Systeme für Industrie, Medizintechnik, Kinos, Freizeitparks und Heimkinoanwendungen. Das Produktportfolio umfasst 3D Brillen und opto-mechanische sowie elektronische Module für Stereoprojektoren und andere bildgebende 3D-Systeme. Sämtliche Entwicklungen basieren auf der eigenentwickelten und patentierten INFITEC® Interferenzfiltertechnik.

Das Ingenieurbüro Krull aus Hagen (bei Dortmund) befasst sich mit allen Arten von dreidimensionalen Vermessungen. Hierzu werden die Verfahren der klassischen Ingenieurvermessung mit aktuellen Entwicklungen der Nahbereichs- und UAV-Photogrammetrie kombiniert. Das Portfolio beinhaltet einen Photogrammmetrie-Online-Service, Ingenieurdienstleistungen sowie Schulungen zu UAV-Vermessungssystemen, beispielsweise für die Zustands-Dokumentation und Volumenberechnungen für Steinbrüche, Halden und Deponien.

Die Ubimax GmbH entwickelt industrielle Lösungen im Bereich Wearable Computing und Augmented Reality. Kern des Portfolios ist die weltweit erste vollständig integrierte Wearable Computing Suite. Damit bietet Ubimax Kunden aller Branchen eine effiziente Möglichkeit, ihre Geschäftsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit Hilfe innovativer Wearable Computing-Lösungen nachhaltig zu optimieren. Die Gesellschaft hat ihren Hauptsitz in Bremen sowie Büros in Frankfurt, Atlanta und München.

Die hema electronic GmbH aus Aalen beschäftigt sich seit Firmengründung 1987 mit der Entwicklung und Fertigung kundenspezifischer Elektronik, das heißt mit Hard- und Software für den Maschinen-, Anlagen- und Gerätebau. Seit 1990 bietet hema auch Lösungen für Bildverarbeitungsaufgaben an, seit 1999 zudem PC-gestützte Systeme sowie Kameras und Beleuchtungslösungen.

Die WESOUND GmbH mit Hauptsitz in Berlin und Büro in Hamburg ist eine Agentur für Markenentwicklung. Von einzelnen Anwendungen bis zu komplexen Klangwelten entwickelt und produziert WESOUND individuelle Soundelemente für Marken. Zudem erforscht WESOUND das Feld der akustischen Kommunikation und der auditiven Wahrnehmung – von historischen Bezügen bis zum Klangraum der Zukunft. WESOUND engagiert sich in zahlreichen Forschungsprojekten.

Die ZILA GmbH aus Suhl versteht sich als Spezialist für die elektronische Gerätetechnik und kann auf mehr als 15 Jahre Erfahrung bei der Entwicklung, Fertigung und Wartung von mehr als 5.000 Leckage- und Dichtheitsprüfgeräten zurückblicken. In der MSR-Technik ist ZILA für seine Technologie- und Produktlösungen bei der automatischen und kontrollierten Klimasteuerung bekannt. Mittels Druck-, Temperatur-, Feuchtigkeit- und CO2-Sensoren in Verbindung mit elektronischer Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik entwickelt und fertigt ZILA kundenspezifische Lösungen sowohl in der Haus- und Gebäudetechnik als auch im Maschinen- und Anlagenbaus.

Die Framos GmbH hat sich seit ihrer Gründung 1981 als führender und global agierender Anbieter von Technologie für die industrielle, wissenschaftliche und medizinische Bildverarbeitung etabliert. Am Hauptsitz in München und fünf weiteren Niederlassungen weltweit unterstützt Framos Kunden, OEMs, Systemintegratoren und Forscher dabei, Bildverarbeitungstechnologien nutzbringend anzuwenden. Framos entwickelt und vertreibt ein umfangreiches Portfolio an Bildverarbeitungs-produkten, technischer Beratung und Support. Framos bietet zudem Engineering Services sowohl für maßgeschneiderte Kameraentwicklungen als auch für schlüsselfertige Lösungen.

Das Usability & Interaction Technology Laboratory (UniTyLab) der Hochschule Heilbronn wurde 2013 unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Gerrit Meixner gegründet. Der Fokus ist auf die Entwicklung neuartiger Benutzungsschnittstellen und Technologien für die Mensch-Technik-Interaktion gerichtet. Ferner möchte UniTyLab bestehende Konzepte auf neue Anwendungsfälle und Bereiche übertragen. Das UniTyLab bündelt dazu Kompetenzen aus vier Fakultäten der Hochschule.

Das Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik (i3mainz) der Hochschule Mainz beschäftigt sich mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben sowie mit Technologietransfer vor allem auf den raumbezogenen Gebieten der 3D-Messtechnik, Bildanalyse, Geodateninfrastrukturen, Optische Technologien, Ortung und Navigation, Semantische Modellierung, Spatial Humanities und Visualisierung.

Eckdaten

Mitteilung vom 11.10.2016
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