Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

SEA CHANGE Workshop an der Hochschule Mainz

Am Donnerstag, den 4. Dezember 2014 war die Lehreinheit Geoinformatik und Vermessung der Hochschule Mainz Schauplatz des zweiten SEA CHANGE (Socially Enhanced Annotation for Cartographic History And Narrative GEography) Workshops.

Ermöglicht durch den „DM2E Open Humanities Award – Open Track“, wurde Studierenden des hochschulübergreifenden Mastermoduls "Interdisziplinäre Anwendungen raumbezogener Informationstechnik" die Möglichkeit geboten, unter Anleitung von Dr. Leif Isaksen und Dr. Rainer Simon Einblicke in die Funktionsweise des Annotationswerkzeuges Recogito und des Pelagios-Projekts zu bekommen.

Pelagios ist ein Community-Projekt mit dem Ziel, digitale Forschungsdaten aus dem Gebiet der Altertumswissenschaften online zu vernetzen. Mit mehr als 30 internationalen Partnern bietet Pelagios eine Schnittstelle für die räumliche Erschließung forschungsrelevanter Inhalte über die Welt der Antike - von Texten, Bildern und Inschriften, über archäologische Funde und wissenschaftliche Fachpublikationen bis hin zu digitalen Personenverzeichnissen. Das Verknüpfungskriterium, über das Pelagios die Verbindungen zwischen diesen vielfältigen und technisch heterogenen Daten herstellt, sind Ortsnamen. Die Pelagios-Partner folgen dem Konzept der Linked Open Data und verlinken geographische Informationen mit dem Ortsnamen-Gazetteer Pleiades. Dadurch entsteht aus sonst isolierten digitalen Datensätzen ein globales, offenes Informationsnetzwerk, das mittlerweile aus über 600.000 Ortsreferenzen besteht.

Um die aufwändige manuelle Annotationsarbeit zu reduzieren, wurde in der dritten Pelagios-Förderphase das web-basierte Geo-Annotations-Werkzeug Recogito entwickelt. Dieses dient sowohl der Identifikation von Ortsnamen in Texten und auf Karten, wie auch deren Transkription und Zuordnung zu einem geographischen Ort mittels Gazetteers.

Leif und Rainer gaben zunächst einen Einblick in das Konzept von Pelagios/Recogito. Daraufhin folgte, unterstützt von den Mitarbeitern des i3mainz, die praktische Annotations-Session, in der die Mainzer Studierenden die im ersten Annotationsworkshop erzielten Ergebnisse überbieten konnten.

Insgesamt wurden 7511 Beiträge zu Pelagios geliefert:

  • ca. 2600 Ortsnamen-Identifikationen vornehmlich aus frĂĽhchristlichen Texten
  • ca. 3200 Ortsnamen-Identifikationen aus Portolan Karten
  • ca. 620 Transkriptionen von Ortsnamen auf Karten
  • 544 Zuweisungen zu Einträgen in dem Ortsnamen-Gazetteer
  • 537 andere Beiträge, wie etwa Verbesserungen, Kommentare, Löschungen, etc.

Dabei konnten dem Pelagios-Team wertvolle Tips zur weiteren Verbesserung der usability von Recogito geliefert werden.

Anschließend konnten die Studierenden in einer "data re-use" session gemäß ihrem persönlichen Hintergrund und Interesse aus zwei parallelen Veranstaltungen wählen. Leif präsentierte exemplarisch den praktischen Nutzen von in Pelagios digitalisierten Daten indem er in QGIS mittelalterliche Reiserouten rekonstruierte. Rainer gab im Rahmen seines „hack tutorials“ tiefere Einblicke in die Pelagios API um etwa webbasierte Karten, Timelines oder Netzwerk-Graphen zu erstellen.
 

Eckdaten

Mitteilung vom 11.12.2014
  • – Dr. Leif Isaksen, Project Director, University of Southampton
  • – Dr. Rainer Simon, Technical Dirtector, AIT: Austrian Institute of Technology
Titelbild:
  • Annotieren von Ortsnamen in einem Portolan
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